






2.2.5 Auswertungsmethode und Interpretation der Ergebnisse
Bei der Versuchsdurchführung fallen im allgemeinen viele Meßdaten
an, die anschließend so ausgewertet werden müssen, daß
wenige, dafür aber aussagekräftige Kenngrößen übrigbleiben.
Dabei besteht die Gefahr, wichtige in den Meßdaten enthaltene Ergebnisse
zu verlieren.
Bei Napfziehversuchen kann die maximale Stempelkraft oder bei Streifenziehversuchen
die mittlere Reibungszahl über einen Zeitraum mit konstanten Beanspruchungsbedingungen
ausgewertet werden. In diesen Daten sind keine Informationen über
die Haftreibung zu Beginn des Versuchs enthalten. Die Haftreibung kann
jedoch das Ziehergebnis entscheidend beeinflussen.
In der Literatur erwähnte Kenngrößen sind:
-
Gleitreibungszahl [66, 85, 86],
-
Haftreibungszahl [86, 87, 122],
-
Stick-Slip-Beginn [DIN 50323, 49, 50, 109, 110],
-
Aufschweißungsbeginn [49, 51, 94]
-
maximale Kontaktnormalspannung [77, 86, 110]
-
Änderung der Reibungszahl über der Kontaktnormalspannung [89,
96, 123]
-
Einfluß der Geschwindigkeit auf die Reibungszahl [86, 96]
-
Eindringweg [124, 125]
-
Grenzziehverhältnis [89, 92, 126]
Werden mehrere tribologische Kenngrößen ermittelt, dann führt
die Wichtung häufig zu unterschiedlicher Interpretation der Ergebnisse.
Aus den berechneten Kenngrößen können weitere kombinierte
Kenngrößen wie das Verhältnis von Haft- zu Gleitreibung
abgeleitet werden [87, 89]. Welche Bedeutung den einzelnen Kenngrößen
zukommt, wird sehr unterschiedlich beurteilt und hängt vom Bauteil
ab.
Für die graphische Darstellung der Ergebnisse können die
Reibungskraft [94] oder die Reibungszahl [77, 96] über der Kontaktnormalspannung
[77, 94] oder über der Stribeck-Konstante [96] aufgetragen werden.






